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Basics Bildungswesen Schweiz

Das Bildungswesen in einem mehrsprachigen und föderalistischen Land

In der Schweiz ist das Bildungswesen von der Vorschule ("Kindergarten") bis zur Tertiärstufe (Hochschulen und höhere Berufsbildung) eine Staatsaufgabe. Die Verantwortung für das Bildungswesen obliegt in erster Linie den 26 Kantonen. Im nachobligatorischen Bereich (Gymnasien, Berufsbildung und Hochschulen) sind Bund und Kantone Partner in der Verantwortung für das öffentliche Bildungswesen. Die Kantone und ihre Gemeinden finanzieren mehr als 80% der Bildungsausgaben der öffentlichen Hand, 87% im Jahr 2005.

Vorschule und obligatorische Schule

Die meisten Schülerinnen und Schüler (95%) in der Schweiz absolvieren die Vorschule und die obligatorische Schule  in der öffentlichen Schule ihrer Wohngemeinde. 5% besuchen eine Privatschule.

Die öffentliche Schule erfüllt eine wichtige Integrationsfunktion: Kinder mit sozial, sprachlich und kulturell unterschiedlichem Hintergrund besuchen die gleiche Schule.

Die Schulen werden von den Kantonen verantwortet. Die Gemeinden organisieren den Schulbetrieb. Die hohe lokale Verankerung erlaubt angepasste Lösungen vor Ort.

Alle Kantone bieten 1-2 Jahre unentgeltlichen Vorschulunterricht ("Kindergarten", "école enfantine") an, im Kanton Tessin sind es 3 Jahre. Der Eintritt in die obligatorische Schule erfolgt heute mit erfülltem 6. Altersjahr. Die obligatorische Schule umfasst neun Schuljahre. Eine Ausdehnung des Obligatoriums auf die Vorschule ist geplant ( HarmoS). Die Primarschule umfasst heute in der Mehrheit der Kantone die Schuljahre 1-6. Auf der anschliessenden Sekundarstufe I (Schuljahre 7-9) werden die Schülerinnen und Schüler in allen Fächern oder in einem Teil der Fächer in Leistungsgruppen unterrichtet. Dabei finden verschiedene Organisationsformen Anwendung.

Die Unterrichtssprache ist je nach Sprachgebiet Deutsch, Französisch, Italienisch oder Rätoromanisch, wobei die romanischsprachigen Gemeinden eine besondere Situation kennen ( mehr). Dem Sprachenlernen kommt in der Schweiz traditionsgemäss eine wichtige Rolle zu. Während der obligatorischen Schulzeit erhalten alle Schülerinnen und Schüler Unterricht in mindestens zwei anderen Sprachen. In der Regel sind das eine zweite Landessprache und Englisch.

Die föderale und dezentrale Organisation im Bereich der Vorschule und der obligatorischen Schule ermöglicht einen angemessenen Umgang mit den kulturellen Unterschieden in einem mehrsprachigen Land und seinen regional geprägten Schultraditionen. Es gelten gesamtschweizerische Vorgaben für wichtige Bereiche (Schuleintrittsalter, Dauer der obligatorischen Schule), eine Ausweitung dieser Vorgaben erfolgt in den nächsten Jahren auf Basis eines neuen Staatsvertrages der EDK ( Harmonisierung der obligatorischen Schule).

Nachobligatorische Bildung

Im Bereich der nachobligatorischen Bildung (Sekundarstufe II und Tertiärstufe) bilden in der Regel schweizerische Erlasse (interkantonale oder bundesrechtliche) die Basis für die Bildungsangebote. Die Kantone sind verantwortlich für den Vollzug und führen die Schulen. Die einzige Ausnahme bildet die Eidgenössische Technische Hochschule, die vom Bund geführt wird.

Rund 90% der Jugendlichen in der Schweiz machen mit 18/19 Jahren einen Abschluss auf Sekundarstufe II. Dieser Abschluss erlaubt es ihnen, direkt in einen Beruf einzusteigen, in eine höhere Fachschule zu wechseln oder – mit einer Maturität – ihre Ausbildung an einer Hochschule fortzusetzen.

Das schweizerische Bildungswesen zeichnet sich namentlich aus

  • durch eine hohe Durchlässigkeit: Es gibt verschiedene Wege, in eine Ausbildung oder Schule ein- oder überzutreten oder eine Ausbildung nachzuholen.
  • durch einen offenen Zugang zu den verschiedenen Bildungsangeboten: Wer über die notwendigen Qualifikationen verfügt, kann grundsätzlich die Ausbildung seiner Wahl absolvieren, bei den Hochschulen kann auch der Ausbildungsort frei gewählt werden. Eine gewisse Einschränkung besteht im Bereich der Berufsbildung aufgrund des Lehrstellenangebotes, im Bereich der Hochschulen gilt teilweise ein Numerus Clausus für das Medizinstudium.

Die gesamtschweizerische Anerkennung der Diplome ist gewährleistet, damit auch die nationale und internationale Mobilität.

 
Foto Centro scolastico


Foto Primarschule


Verkehrsschild Ecole


Foto Casa da scola